Verhaltensmuster ändern – wenn sich dieselben Probleme immer wiederholen
Andere Menschen, andere Situationen – und trotzdem entsteht immer wieder eine vertraute Dynamik.
Wenn sich Konflikte, Reaktionen oder Enttäuschungen in ähnlicher Form wiederholen, lohnt sich der Blick auf das Muster dahinter. Wer versteht, wie es entsteht und wodurch es aufrechterhalten wird, kann beginnen, alte Muster zu durchbrechen.
Verhaltensmuster ändern – wenn sich dieselben Probleme immer wiederholen
Andere Menschen, andere Situationen – und trotzdem entsteht immer wieder eine vertraute Dynamik.
Wenn sich Konflikte, Reaktionen oder Enttäuschungen in ähnlicher Form wiederholen, lohnt sich der Blick auf das Muster dahinter. Wer versteht, wie es entsteht und wodurch es aufrechterhalten wird, kann beginnen, alte Muster zu durchbrechen.
Warum passiert mir immer wieder etwas Ähnliches?
Manchmal wechseln die Menschen, die Situationen und sogar die Lebensbereiche – und trotzdem fühlt sich etwas erstaunlich vertraut an.
Vielleicht entstehen in Partnerschaften immer wieder ähnliche Konflikte. Du fühlst Dich übergangen, ziehst Dich zurück, gibst nach oder reagierst heftiger, als Du eigentlich möchtest.
Vielleicht kennst Du dieselbe Dynamik aus dem Beruf. Andere Kollegen, andere Vorgesetzte – und doch entsteht wieder das Gefühl, Dich rechtfertigen, anpassen oder behaupten zu müssen.
Auch in Familien können sich solche Muster zeigen. Im Verhältnis zu den eigenen Eltern tauchen trotz vieler Jahre immer wieder dieselben Spannungen auf. Alte Rollen werden plötzlich wieder lebendig, obwohl Du längst ein erwachsener Mensch bist.
Und manchmal setzt sich eine vertraute Dynamik in die nächste Generation fort. Eltern erleben mit ihren eigenen Kindern Konflikte, die ihnen in anderer Form bereits aus der Beziehung zu den eigenen Eltern bekannt vorkommen.
Das Auffällige daran ist weniger, dass sich einzelne Situationen wiederholen. Interessanter ist, dass sich bestimmte Gefühle, Erwartungen und Reaktionen ähneln.
Dann entsteht irgendwann die Frage:
Warum passiert mir immer wieder etwas Ähnliches?
Diese Frage kann ein wichtiger Ausgangspunkt sein, um die eigenen Verhaltensmuster genauer zu betrachten.
Wenn sich die Situation ändert – das Muster aber bleibt
Ein neuer Partner, andere Kollegen, ein neuer Vorgesetzter oder eine veränderte Lebenssituation können vieles verändern. Und trotzdem entsteht manchmal nach einiger Zeit wieder ein erstaunlich vertrautes Gefühl.
Vielleicht fühlst Du Dich erneut übergangen. Vielleicht hast Du wieder den Eindruck, Dich rechtfertigen zu müssen. Vielleicht gibst Du zunächst nach, obwohl Du etwas anderes möchtest, und ärgerst Dich später darüber. Oder Du reagierst auf bestimmte Aussagen schneller gereizt, verletzt oder ablehnend, als Du es Dir vorgenommen hattest.
Besonders deutlich können solche Wiederholungen innerhalb einer Familie werden. Im Verhältnis zu den eigenen Eltern übernimmt man manchmal selbst als erwachsener Mensch innerhalb weniger Minuten wieder eine vertraute Rolle. Jahre später kann sich eine ähnliche Dynamik gegenüber den eigenen Kindern zeigen – diesmal aus einer ganz anderen Position.
Das bedeutet nicht, dass alle diese Konflikte dieselbe Ursache haben. Interessant ist vielmehr die Frage, was sich trotz unterschiedlicher Menschen und Situationen ähnelt.
Denn ein wiederkehrendes Muster besteht häufig aus mehr als einer bestimmten Handlung. Es kann sich darin zeigen,
-
- was Du von anderen erwartest,
- welches Verhalten Dich besonders beschäftigt,
- wie Du eine Situation deutest,
- welche Rolle Du darin einnimmst,
- wie Du darauf reagierst,
- und welche Reaktion Dein Verhalten wiederum beim anderen auslöst.
So können äußerlich sehr unterschiedliche Situationen einer ähnlichen inneren Logik folgen.
Der Partner ist ein anderer Mensch als der Vater. Die Kollegin hat mit der Mutter vielleicht kaum etwas gemeinsam. Das eigene Kind befindet sich in einer völlig anderen Beziehung zu Dir als ein Vorgesetzter. Trotzdem können bestimmte Situationen etwas Vertrautes auslösen – und damit auch eine vertraute Reaktion.
Genau hier wird es interessant: Vielleicht wiederholt sich nicht die Situation. Vielleicht wiederholt sich die Art, wie Du sie erlebst und auf sie reagierst.
Wer diese Gemeinsamkeit erkennt, betrachtet einzelne Konflikte nicht mehr nur für sich. Es wird möglich, nach dem Muster zu fragen, das sie miteinander verbindet.
Alte Muster haben meist einmal einen Sinn ergeben
Verhaltensmuster entstehen häufig nicht zufällig. Viele von ihnen waren zu einem früheren Zeitpunkt verständliche Antworten auf eine bestimmte Situation.
Ein Kind lernt zum Beispiel, dass es Streit vermeiden kann, wenn es nachgibt. Vielleicht erlebt es, dass Anerkennung leichter entsteht, wenn es sich anpasst. Oder dass es sicherer ist, eigene Wünsche zurückzustellen, weil Widerstand regelmäßig zu Spannungen führt.
In diesem Moment kann ein solches Verhalten durchaus sinnvoll sein. Es hilft, mit einer Situation umzugehen, für die das Kind nur begrenzte Möglichkeiten besitzt.
Aus einzelnen Erfahrungen können sich mit der Zeit Erwartungen entwickeln:
Wenn ich nachgebe, bleibt die Beziehung erhalten.
Wenn ich widerspreche, entsteht Ärger.
Wenn ich Leistung bringe, bekomme ich Anerkennung.
Wenn ich meine Bedürfnisse zurückstelle, werde ich eher akzeptiert.
Solche Zusammenhänge werden selten bewusst formuliert. Sie können sich vielmehr nach und nach zu einer vertrauten Art entwickeln, Situationen wahrzunehmen und darauf zu reagieren.
Was einmal hilfreich war, kann später Schwierigkeiten bereiten
Das Leben verändert sich. Aus dem Kind wird ein Erwachsener. Die Menschen wechseln, die Beziehungen verändern sich und der eigene Handlungsspielraum wächst.
Ein früher gelerntes Muster kann trotzdem bestehen bleiben.
Wer beispielsweise gelernt hat, Konflikte durch Anpassung zu vermeiden, kann diese Strategie später auch in einer Partnerschaft anwenden. Zunächst erscheint sie vielleicht weiterhin hilfreich: Der Streit bleibt aus, die Situation beruhigt sich.
Mit der Zeit können jedoch andere Folgen entstehen. Eigene Bedürfnisse werden kaum ausgesprochen. Unzufriedenheit sammelt sich an. Der andere weiß möglicherweise gar nicht, dass etwas fehlt. Irgendwann entstehen Rückzug, Ärger oder ein Konflikt, der scheinbar plötzlich kommt.
Das Muster folgt also weiterhin einer nachvollziehbaren Logik:
Anpassung soll die Beziehung schützen.
Unter den neuen Bedingungen kann gerade diese Anpassung jedoch dazu beitragen, dass sich die Beziehung belastet.
Das Verhalten ist damit nicht einfach unvernünftig. Es arbeitet gewissermaßen mit einer älteren Lösung für eine neue Situation.
Ähnliche Erfahrungen können zu ganz unterschiedlichen Mustern führen
Menschen reagieren auf vergleichbare Erfahrungen keineswegs immer gleich.
Ein Mensch, der häufig kritisiert wurde, kann lernen, Kritik möglichst zu vermeiden und sich stark anzupassen.
Ein anderer entwickelt möglicherweise die gegenteilige Strategie und reagiert bereits auf kleine Hinweise mit Widerstand.
Ein Dritter versucht, durch besondere Leistung jede Angriffsfläche zu vermeiden.
Die sichtbaren Verhaltensweisen unterscheiden sich deutlich. Die dahinterliegende Frage kann trotzdem ähnlich sein:
Wie gehe ich mit einer Situation um, in der ich mich angegriffen, zurückgewiesen oder nicht ausreichend anerkannt fühle?
Deshalb reicht es selten, ein bestimmtes Verhalten isoliert zu betrachten. Interessanter ist, welche Funktion es für den Menschen erfüllt.
Ein Muster kann sich selbst bestätigen
Besonders hartnäckig werden Verhaltensmuster, wenn sie Erfahrungen erzeugen, die die ursprüngliche Erwartung scheinbar bestätigen.
Angenommen, jemand erwartet, mit seinen Bedürfnissen ohnehin wenig Gehör zu finden. Deshalb spricht er sie nur zögerlich oder gar nicht aus.
Der Partner erfährt kaum, was ihm wichtig ist, und berücksichtigt diese Bedürfnisse entsprechend wenig.
Am Ende entsteht die Erfahrung:
„Meine Wünsche interessieren offenbar niemanden.“
Die ursprüngliche Erwartung scheint bestätigt. Dabei hat das eigene Verhalten unbemerkt dazu beigetragen, dass genau diese Situation entstehen konnte.
Ähnliches kann im Beruf geschehen. Wer erwartet, ohnehin übergangen zu werden, hält sich in Besprechungen möglicherweise zurück. Andere nehmen seine Position dadurch weniger wahr. Später entsteht erneut der Eindruck, nicht ernst genommen zu werden.
Auch in Familien können solche Kreisläufe entstehen. Wer auf eine Bemerkung der Eltern sofort mit Rechtfertigung reagiert, kann damit wiederum eine ausführlichere Einmischung provozieren. Das bestätigt anschließend das Gefühl:
„Sie behandeln mich immer noch wie ein Kind.“
Auf diese Weise kann aus einer Erwartung eine Reaktion entstehen, aus der Reaktion eine Gegenreaktion – und aus dieser wiederum eine scheinbare Bestätigung der ursprünglichen Erwartung.
Deshalb wirken alte Muster manchmal so hartnäckig
Von außen erscheint die Lösung häufig erstaunlich einfach:
Sag doch einfach, was Du möchtest.
Lass Dich nicht provozieren.
Setz eine Grenze.
Nimm die Kritik nicht so persönlich.
Für den Betroffenen selbst ist die Situation komplexer.
Das vertraute Verhalten fühlt sich im entscheidenden Moment oft nicht wie eine frei gewählte Strategie an. Es erscheint vielmehr als naheliegende, manchmal sogar als einzig vernünftige Reaktion.
Genau darin liegt die Stärke eines eingeübten Musters.
Es verbindet frühere Erfahrungen mit heutigen Erwartungen, Deutungen und Reaktionen. Solange diese innere Logik unbeachtet bleibt, kann ein Mensch sehr genau wissen, wie er sich eigentlich verhalten möchte – und im entscheidenden Augenblick trotzdem wieder ähnlich reagieren.
Alte Muster zu verstehen bedeutet nicht, sie zu entschuldigen
Das Verständnis der Entstehung erfüllt einen anderen Zweck.
Es hilft, aus der einfachen Bewertung
„Warum mache ich das immer wieder?“
eine präzisere Frage zu entwickeln:
„Welche Logik steckt hinter meiner Reaktion – und passt diese Logik heute noch zu meiner Situation?“
Damit verschiebt sich der Blick.
Das eigene Verhalten erscheint weder als unveränderlicher Teil der Persönlichkeit noch als bloßer Fehler. Es wird als etwas erkennbar, das unter bestimmten Bedingungen entstanden sein kann und unter heutigen Bedingungen überprüft werden kann.
Und genau dort beginnt Veränderung.
Denn ein Muster verliert einen Teil seiner Selbstverständlichkeit, sobald seine innere Logik sichtbar wird.
Weshalb gute Vorsätze alte Verhaltensmuster oft kaum verändern
Viele Menschen wissen ziemlich genau, wie sie sich beim nächsten Mal verhalten möchten.
Sie wollen früher widersprechen, gelassener reagieren, Grenzen setzen, ihre Bedürfnisse deutlicher aussprechen oder sich weniger provozieren lassen.
Solange die Situation nur im Kopf durchgespielt wird, erscheint das oft überzeugend. Im entscheidenden Moment setzt sich jedoch schnell wieder die vertraute Reaktion durch.
Der Grund liegt häufig darin, dass ein Vorsatz am sichtbaren Verhalten ansetzt. Das Muster selbst reicht tiefer. Es verbindet Erfahrungen, Erwartungen, Deutungen und eingeübte Reaktionen miteinander.
Deshalb greifen Ratschläge wie
-
-
„Sag einfach Nein.“
-
„Lass Dich nicht provozieren.“
-
„Denk mehr an Dich.“
-
„Setz klare Grenzen.“
-
oft zu kurz.
Sie können durchaus sinnvoll sein. Sie erklären jedoch noch nicht, weshalb ihre Umsetzung gerade in den Situationen schwerfällt, in denen das alte Muster besonders wirksam wird.
Wer Verhaltensmuster ändern möchte, braucht deshalb häufig mehr als einen guten Vorsatz. Hilfreicher ist es, zu verstehen, was die vertraute Reaktion auslöst, welche innere Logik dahintersteht und wodurch sie immer wieder bestätigt wird.
Erst dann entsteht die Möglichkeit, im entscheidenden Moment tatsächlich anders zu reagieren.
Ein Muster entsteht selten nur durch eine einzige Ursache
Wiederkehrende Verhaltensmuster entstehen meist aus einem Zusammenspiel verschiedener Erfahrungen, Erwartungen, Deutungen und Reaktionen.
Deshalb führt die Suche nach der einen Ursache häufig zu kurz.
Ein Konflikt kann zum Beispiel damit beginnen, dass eine bestimmte Bemerkung oder ein bestimmtes Verhalten etwas Vertrautes auslöst. Entscheidend ist dann weniger das Ereignis allein als die Bedeutung, die Du ihm gibst.
Erwartungen beeinflussen, was wir wahrnehmen
Wer beispielsweise erwartet, nicht ernst genommen zu werden, achtet besonders aufmerksam auf Situationen, die diese Erwartung bestätigen könnten.
Eine knappe Antwort, ein unterbrochener Satz oder eine kritische Bemerkung kann dadurch schnell eine größere Bedeutung bekommen.
Ein anderer Mensch würde dieselbe Situation vielleicht wesentlich neutraler erleben.
Erwartungen wirken deshalb wie ein innerer Filter. Sie bestimmen mit, worauf wir achten und was wir für bedeutsam halten.
Deutungen geben einer Situation ihre Bedeutung
Zwischen einem Ereignis und unserer Reaktion liegt fast immer eine Interpretation.
Ein nicht beantworteter Anruf kann bedeuten:
„Er / Sie hat gerade keine Zeit.“
Er kann aber auch so gedeutet werden:
„Ich bin ihm / ihr offenbar nicht wichtig.“
Das äußere Ereignis ist identisch. Die innere Bedeutung unterscheidet sich grundlegend.
Und mit dieser Bedeutung verändert sich meist auch die Reaktion.
Das Selbstbild beeinflusst, welche Reaktion möglich erscheint
Auch das eigene Selbstverständnis spielt eine wichtige Rolle.
Wer sich beispielsweise als jemand erlebt, der Konflikte vermeiden sollte, wird andere Handlungsmöglichkeiten sehen als jemand, der Widerspruch als selbstverständlichen Bestandteil einer Beziehung betrachtet.
Ähnliches gilt für Fragen wie:
Darf ich widersprechen?
Darf ich jemanden enttäuschen?
Darf ich meine Bedürfnisse äußern?
Darf ich eine Grenze setzen, obwohl der andere damit unzufrieden ist?
Solche inneren Vorstellungen prägen, welche Reaktion sich in einer Situation überhaupt stimmig anfühlt – unabhängig davon, ob man sich die zugrunde liegenden Fragen eher mit Ja oder mit Nein beantwortet.
Die eigene Reaktion verändert wiederum das Verhalten des anderen
Ein Muster endet nicht bei der eigenen Wahrnehmung.
Wie Du reagierst, beeinflusst auch Dein Gegenüber.
Aus einer Erwartung kann eine Deutung entstehen, daraus eine Reaktion – und diese Reaktion löst beim anderen wiederum etwas aus.
Der Kreislauf eines wiederkehrenden Musters
Die bisherigen Punkte lassen sich zu einem Kreislauf zusammenfassen. Eine Erwartung beeinflusst, worauf wir achten und welche Bedeutung wir einer Situation geben. Aus dieser Deutung entsteht eine Reaktion, auf die unser Gegenüber wiederum reagiert.
So kann eine Dynamik entstehen, in der sich die ursprüngliche Erwartung am Ende scheinbar bestätigt.
Ein einfaches Beispiel:
Wer erwartet, von anderen nicht ernst genommen zu werden, deutet eine kritische Bemerkung möglicherweise schneller als Geringschätzung. Er reagiert gereizt, zieht sich zurück oder beginnt, sich ausführlich zu rechtfertigen. Das Gegenüber reagiert darauf ebenfalls – vielleicht mit Unverständnis, Distanz oder weiterer Kritik. Am Ende bleibt der Eindruck:
„Ich wusste es doch. Man nimmt mich nicht ernst.“
Damit schließt sich der Kreis.

Dieser Kreislauf bedeutet nicht, dass wir das Verhalten anderer verursachen oder für jeden Konflikt verantwortlich sind. Jeder Mensch bringt seine eigenen Erwartungen, Interessen und Reaktionsweisen in eine Beziehung ein. Interessant ist deshalb eine andere Frage:
An welcher Stelle dieses Kreislaufs habe ich selbst Einfluss?
Vielleicht lässt sich eine Situation anders deuten. Vielleicht wird eine Erwartung sichtbar, die bisher selbstverständlich erschien. Vielleicht kann eine vertraute Reaktion früher erkannt oder anders gestaltet werden.
Je besser der Kreislauf verstanden wird, desto leichter lässt sich erkennen, an welchen Stellen neue Handlungsmöglichkeiten entstehen können.
Ein wiederkehrendes Muster verliert damit einen Teil seiner Selbstverständlichkeit. Aus einem scheinbar automatischen Ablauf wird etwas, das beobachtet, verstanden und schließlich verändert werden kann.
Verhaltensmuster ändern beginnt häufig mit einem anderen Verständnis
Wer ein wiederkehrendes Muster erkennt, sieht eine vertraute Situation oft mit anderen Augen.
Die entscheidende Frage lautet dann nicht mehr nur:
„Wie sollte ich mich beim nächsten Mal anders verhalten?“
Sondern zunächst:
„Was passiert hier eigentlich – und weshalb reagiere ich immer wieder auf ähnliche Weise?“
Ein anderes Verständnis verändert die Situation nicht automatisch. Es kann jedoch den Blick auf die eigenen Möglichkeiten erweitern. Eine bisher selbstverständliche Deutung wird plötzlich zu einer von mehreren möglichen Deutungen. Eine vertraute Reaktion erscheint nicht mehr als alternativlos.
Genau dort entsteht Handlungsspielraum.
Verhaltensmuster zu ändern bedeutet deshalb häufig, zunächst die eigene Wahrnehmung, die zugrunde liegenden Erwartungen und die bisherige Reaktionslogik besser zu verstehen. Aus einem automatischen Ablauf kann so nach und nach eine bewusstere Entscheidung werden.
Was wir im Coaching gemeinsam betrachten
Im Coaching geht es zunächst darum, das wiederkehrende Muster möglichst klar zu erkennen.
Gemeinsam betrachten wir beispielsweise:
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-
in welchen Situationen sich etwas wiederholt,
-
welche Erwartungen und Deutungen dabei eine Rolle spielen,
-
welche Reaktion sich für Dich in diesem Moment besonders naheliegend anfühlt,
-
wie andere Menschen darauf reagieren,
-
welche früheren Erfahrungen möglicherweise mit hineinwirken,
-
und welchen Teil dieser Dynamik Du selbst beeinflussen kannst.
-
Dabei steht weniger die Frage im Mittelpunkt, was Du künftig tun solltest, sondern zunächst, weshalb sich die Situation bisher immer wieder ähnlich entwickelt hat.
Oft werden dadurch Zusammenhänge sichtbar, die im unmittelbaren Konflikt kaum erkennbar sind. Eine Reaktion, die zuvor selbstverständlich erschien, bekommt einen nachvollziehbaren Hintergrund. Eine scheinbar festgefahrene Situation lässt sich differenzierter betrachten.
Genau dort kann Veränderung beginnen: nicht durch eine vorgegebene Lösung, sondern durch ein klareres Verständnis der eigenen Möglichkeiten.
Alte Muster durchbrechen heißt nicht, ein anderer Mensch zu werden
Veränderung bedeutet nicht, die eigene Persönlichkeit auszutauschen.
Wer ein wiederkehrendes Muster besser versteht, kann vielmehr lernen, vertraute Situationen früher zu erkennen und bewusster mit ihnen umzugehen. Eine bisher automatische Reaktion wird dadurch nicht sofort verschwinden. Sie kann jedoch an Selbstverständlichkeit verlieren.
Dann wird es eher möglich,
-
- eine Situation anders zu deuten,
- eigene Bedürfnisse früher wahrzunehmen,
- Erwartungen klarer auszusprechen,
- Grenzen bewusster zu setzen,
- auf vertraute Auslöser weniger automatisch zu reagieren,
- und zwischen mehreren Handlungsmöglichkeiten zu wählen.
Das Ziel besteht also nicht darin, ein vollkommen anderer Mensch zu werden. Sinnvoller ist es, den eigenen Handlungsspielraum zu erweitern.
Denn je besser Du verstehst, wie ein Muster entsteht und wodurch es sich aufrechterhält, desto eher kannst Du entscheiden, ob die vertraute Reaktion auch heute noch zu Dir und Deiner Situation passt.
So kann Veränderung Schritt für Schritt entstehen – nicht als Bruch mit der eigenen Persönlichkeit, sondern als bewussterer Umgang mit ihr.
Wann Coaching bei wiederkehrenden Mustern sinnvoll sein kann
Coaching kann besonders dann sinnvoll sein, wenn Du merkst, dass sich bestimmte Situationen trotz unterschiedlicher Menschen oder Lebensbereiche immer wieder ähnlich entwickeln.
Das kann zum Beispiel der Fall sein, wenn
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-
Du in Partnerschaften immer wieder in vergleichbare Konflikte gerätst,
-
sich ähnliche Spannungen mit Eltern, Kindern, Kollegen oder Vorgesetzten zeigen,
-
Du Dein eigenes Verhalten zwar erkennst, es in der konkreten Situation aber trotzdem kaum verändern kannst,
-
Du Dich häufig rechtfertigst, zurückziehst, anpasst oder schneller gereizt reagierst, als Du eigentlich möchtest,
-
Du immer wieder das Gefühl hast, übergangen, nicht ernst genommen oder falsch verstanden zu werden,
-
gute Vorsätze zunächst überzeugend erscheinen, im entscheidenden Moment aber wenig verändern,
-
oder Du verstehen möchtest, weshalb sich bestimmte Erfahrungen in Deinem Leben wiederholen.
-
Ein Coaching kann dann helfen, die einzelnen Situationen nicht nur für sich zu betrachten, sondern nach den Gemeinsamkeiten dahinter zu fragen.
Dabei geht es weniger darum, Dir eine bestimmte Reaktion vorzugeben. Wichtiger ist zunächst zu verstehen, welche Erwartungen, Deutungen und Verhaltensweisen an der wiederkehrenden Dynamik beteiligt sind und welchen Teil davon Du selbst beeinflussen kannst.
Gerade wenn Du schon viel über Dein Verhalten nachgedacht hast, aber trotzdem an einem bestimmten Punkt nicht weiterkommst, kann ein Blick von außen hilfreich sein. Denn manche Zusammenhänge werden erst sichtbar, wenn jemand die einzelnen Erfahrungen nicht nur bestätigt, sondern miteinander in Beziehung setzt und auch Fragen stellt, die bisher vielleicht noch keine Rolle gespielt haben.
Beginne gleich mit dem ersten Schritt
Wenn Du Dich in einigen der beschriebenen Situationen wiedererkennst, kannst Du mit einem kostenlosen und unverbindlichen Orientierungsgespräch beginnen.
In diesem Gespräch klären wir zunächst, worum es bei Dir geht, welche Situationen sich wiederholen und ob mein Coaching für Dein Anliegen sinnvoll sein kann. Du erhältst damit die Möglichkeit, Deine Situation aus einer ersten anderen Perspektive zu betrachten – ohne Dich bereits für ein Coaching entscheiden zu müssen.
Abwarten verändert ein wiederkehrendes Muster meist nur selten von selbst.
Im Gegenteil: Je häufiger sich eine bestimmte Erwartung, Deutung und Reaktion wiederholt, desto vertrauter kann dieser Ablauf werden. Was ursprünglich nur gelegentlich auftrat, kann sich dadurch zunehmend festigen.
Der zuvor beschriebene Kreislauf zeigt, weshalb das geschehen kann:
Erwartung → Wahrnehmung und Deutung → eigene Reaktion → Reaktion des Gegenübers → Bestätigung der Erwartung
Mit jeder erneuten Bestätigung erscheint die ursprüngliche Erwartung plausibler. Das vertraute Muster gewinnt dadurch an Selbstverständlichkeit.
Gerade deshalb kann es sinnvoll sein, früher hinzusehen. Nicht weil sofort alles verändert werden muss, sondern weil ein erkanntes Muster bereits weniger automatisch wirkt als ein unbeachtetes.
Der erste Schritt besteht deshalb zunächst darin, gemeinsam zu prüfen, was sich bei Dir wiederholt, wodurch diese Dynamik entsteht und an welcher Stelle Du selbst Einfluss gewinnen kannst.