Typische Anliegen im Persönlichkeitscoaching

Viele Probleme zeigen sich an der Oberfläche unterschiedlich. Im Coaching geht es darum zu verstehen, welche inneren Zusammenhänge dahinter wirken und weshalb sich bestimmte Situationen wiederholen.

 

Persönlichkeitscoach Martin Formann im Gespräch mit einem Klienten während einer Coaching-Sitzung

Typische Anliegen im Persönlichkeitscoaching

Viele Probleme zeigen sich an der Oberfläche unterschiedlich. Im Coaching geht es darum zu verstehen, welche inneren Zusammenhänge dahinter wirken und weshalb sich bestimmte Situationen wiederholen.

 

Mit welchen Anliegen Klienten zu mir kommen

Die Gründe für ein Coaching sind sehr unterschiedlich. Manche Klienten erleben wiederkehrende Konflikte in Partnerschaft oder Familie, andere fühlen sich in beruflichen oder persönlichen Situationen festgefahren. Wieder andere merken, dass sie sich stark an Erwartungen orientieren, Entscheidungen schwerfallen oder bestimmte Verhaltensweisen immer wieder auftauchen. Die folgenden Beispiele zeigen typische Anliegen aus meiner Coachingpraxis und sollen Dir eine erste Orientierung geben, ob sich Dein Thema darin wiederfindet.

Jede persönliche Problematik hat ihre eigene Geschichte und innere Logik. Die folgenden Beispiele zeigen deshalb nur einige typische Anliegen aus meiner Coachingpraxis. Wenn Du Deine Situation darin nicht wiederfindest, können wir in einem kostenlosen Orientierungsgespräch klären, ob mein Coaching zu Deinem Anliegen passt.

Wiederkehrende Konflikte

Du gerätst in Partnerschaft, Familie oder Beruf immer wieder in ähnliche Auseinandersetzungen. Obwohl sich die Personen oder Situationen verändern, bleibt das Grundmuster erstaunlich ähnlich.

Schwierigkeiten, Grenzen zu setzen

Du sagst häufiger zu, obwohl Du eigentlich ablehnen möchtest. Eigene Bedürfnisse geraten in den Hintergrund, weil Du Konflikte vermeiden oder andere nicht enttäuschen möchtest.

Unsicherheit bei Entscheidungen

Du denkst lange über Entscheidungen nach, spielst Möglichkeiten immer wieder durch und suchst nach der Lösung, die möglichst wenig Kritik oder unangenehme Folgen auslöst.

Kritik und Selbstwert

Kritik beschäftigt Dich lange, löst Rechtfertigung, Rückzug oder Selbstzweifel aus. Gleichzeitig möchtest Du souveräner mit Bewertungen anderer umgehen.

Anpassung und fremde Erwartungen

Du orientierst Dich stark daran, was andere von Dir erwarten. Dabei wird es schwieriger zu erkennen, was Du selbst möchtest und welcher Weg tatsächlich zu Dir passt.

Du weißt eigentlich, was Du ändern möchtest

Du hast bereits viel über Deine Situation nachgedacht und vielleicht auch Gespräche darüber geführt. Trotzdem gelingt es Dir schwer, dauerhaft anders zu handeln.

Eltern und Kinder

Eltern und Kinder

Die Beziehung zwischen Eltern und Kindern gehört zu den prägendsten Beziehungen unseres Lebens. Was in einer Familie erlebt, erwartet und gedeutet wird, kann weit über die Kindheit hinauswirken. Konflikte zwischen den Eltern, unausgesprochene Spannungen, feste Rollen oder unterschiedliche Erwartungen beeinflussen die Atmosphäre, in der ein Kind sein Bild von sich selbst und von Beziehungen entwickelt.

Dabei wirkt nicht allein das, was tatsächlich geschieht. Entscheidend ist auch, wie ein Kind das Verhalten seiner Eltern versteht und welche Schlüsse es daraus zieht. Ein Kind kann beispielsweise den Eindruck gewinnen, für Harmonie verantwortlich zu sein, sich stärker anpassen zu sollen, einen Elternteil schützen zu müssen oder den Erwartungen der Familie entsprechen zu sollen. Solche Deutungen können später noch Bedeutung haben, obwohl sich die Lebensumstände längst verändert haben.

Im Coaching habe ich es deshalb in gewisser Weise immer auch mit Kindern zu tun. Denn auch Eltern sind Kinder ihrer eigenen Eltern. Sie bringen eigene Erfahrungen, Deutungen, Erwartungen und Verletzungen aus ihrer Herkunftsfamilie mit. Was heute zwischen Eltern und ihren Kindern geschieht, steht deshalb häufig in einem größeren Zusammenhang als der aktuelle Konflikt zunächst erkennen lässt.

Gerade dadurch können familiäre Situationen ausgesprochen festgefahren wirken. Die Eltern sehen die Ursache des Problems beim Kind. Das Kind wiederum erlebt die Eltern als Ursache seiner Schwierigkeiten. Beide Seiten verfügen oft über nachvollziehbare Gründe für ihre Sichtweise – und manchmal erscheint die Schuldfrage so eindeutig, dass daran kaum Zweifel bestehen.

Eine Veränderung der Perspektive beginnt häufig dort, wo der eigene Anteil an der bestehenden Dynamik sichtbar wird. Das bedeutet weder, Verantwortung gleichmäßig zu verteilen noch vergangenes Verhalten zu relativieren. Es bedeutet vielmehr, zu erkennen, welchen Einfluss die eigene Deutung, Erwartung oder Reaktion auf das heutige Geschehen hat.

Dadurch verändert sich häufig auch die Schuldfrage. Was zuvor wie ein eindeutig zuzuordnendes Fehlverhalten erschien, wird Teil eines größeren Beziehungszusammenhangs. Eltern können erkennen, welchen Anteil ihre eigenen Erwartungen oder Reaktionen haben. Erwachsene Kinder können entdecken, welche früher entstandenen Deutungen bis heute ihre Wahrnehmung der Eltern beeinflussen.

 

Typische Anliegen können sein:

    • wiederkehrende Konflikte zwischen Eltern und erwachsenen Kindern,
    • eine zunehmende emotionale Distanz innerhalb der Familie,
    • das Gefühl, von den Eltern bis heute wenig verstanden oder anerkannt zu werden,
    • Schwierigkeiten, sich von elterlichen Erwartungen zu lösen,
    • Schuldgefühle, wenn eigene Entscheidungen den Vorstellungen der Eltern widersprechen,
    • die Erfahrung, zwischen den Eltern vermitteln oder Partei ergreifen zu müssen,
    • das Gefühl von Eltern, den Zugang zu ihrem erwachsenen Kind zu verlieren,
    • alte Vorwürfe, die bei aktuellen Konflikten immer wieder auftauchen,
    • Spannungen zwischen Geschwistern, die mit unterschiedlichen Rollen innerhalb der Familie verbunden sind,
    • die Frage, weshalb Gespräche trotz guter Absichten regelmäßig im Streit oder Rückzug enden.

Im Coaching steht deshalb weniger die Frage im Vordergrund, wer recht hat, sondern wie die Situation entstanden ist und wodurch sie heute aufrechterhalten wird. Sobald ein veränderbarer Eigenanteil sichtbar wird, entsteht etwas Entscheidendes: Handlungsspielraum.

Das sichtbare Problem ist häufig nur ein Teil des Problems

Wenn Menschen ein Coaching beginnen, können sie meist sehr genau beschreiben, was sie belastet. Der Partner verhält sich auf eine bestimmte Weise, die Eltern mischen sich ein, ein erwachsenes Kind zieht sich zurück, im Beruf entstehen immer wieder Konflikte oder eine wichtige Entscheidung fällt ungewöhnlich schwer.

Oft wurde darüber bereits viel nachgedacht und gesprochen. Trotzdem bleibt die Situation bestehen. Das kann daran liegen, dass das sichtbare Problem nur einen Teil des Geschehens zeigt.

Hinter einem wiederkehrenden Konflikt können beispielsweise bestimmte Erwartungen, Bewertungen oder eingeübte Rollen stehen. Hinter Schwierigkeiten, Grenzen zu setzen, kann die Sorge liegen, jemanden zu enttäuschen oder Anerkennung zu verlieren. Und hinter einer Entscheidung, die scheinbar nur zwischen zwei Möglichkeiten getroffen werden soll, kann die wesentlich schwierigere Frage stehen, welche Erwartungen anderer man weiterhin erfüllen möchte.

Dabei gibt es keine allgemeingültige Erklärung. Ähnliche Probleme können ganz unterschiedliche Ursachen und Zusammenhänge haben. Zwei Menschen können beispielsweise beide Schwierigkeiten haben, Nein zu sagen. Der eine möchte Konflikte vermeiden, der andere fürchtet Ablehnung, ein Dritter hat früh gelernt, seinen eigenen Wert daraus abzuleiten, für andere da zu sein.

Umgekehrt kann derselbe innere Zusammenhang an ganz unterschiedlichen Stellen sichtbar werden. Ein starkes Bedürfnis nach Anerkennung kann sich beispielsweise in der Partnerschaft als übermäßige Anpassung zeigen, im Beruf als ständige Leistungsbereitschaft und bei Kritik als schnelle Verunsicherung.

Im Coaching geht es deshalb darum, hinter das unmittelbar sichtbare Problem zu schauen: Welche Erwartungen, Deutungen und Verhaltensweisen wirken zusammen? Was hat sich möglicherweise über längere Zeit entwickelt? Und welcher Teil davon lässt sich heute beeinflussen?

Gerade dort entsteht häufig eine neue Perspektive. Ein Problem, das zuvor vor allem durch das Verhalten anderer oder durch äußere Umstände erklärt wurde, kann plötzlich in einem größeren Zusammenhang betrachtet werden. Damit wird auch sichtbar, wo eigener Handlungsspielraum beginnt.

Wann mein Coaching besonders sinnvoll sein kann

Mein Coaching kann besonders sinnvoll sein, wenn Du Deine Situation besser verstehen, wiederkehrende Zusammenhänge erkennen und Deinen eigenen Handlungsspielraum erweitern möchtest. Entscheidend ist weniger, ob Dein Anliegen einem bestimmten „Coaching-Fall“ entspricht, sondern ob Du bereit bist, auch die eigene Wahrnehmung, Erwartungen und Reaktionen mit einzubeziehen.

Hilfreich ist mein Coaching vor allem, wenn Du:

  • immer wieder in ähnliche Konflikte oder belastende Situationen gerätst,
  • bereits viel über Dein Problem nachgedacht hast, aber keine tragfähige Veränderung erreichst,
  • verstehen möchtest, weshalb bestimmte Reaktionen immer wieder entstehen,
  • bereit bist, neben dem Verhalten anderer auch den eigenen Anteil an der Dynamik zu betrachten,
  • nach Zusammenhängen und Ursachen suchst statt nach schnellen Ratschlägen,
  • Deine Entscheidungen stärker an den eigenen Vorstellungen ausrichten möchtest.

Du brauchst dabei noch keine fertige Erklärung für Dein Problem. Es genügt, wenn Du schildern kannst, was Dich beschäftigt. Im Gespräch lässt sich klären, welche Zusammenhänge eine Rolle spielen und ob meine Arbeitsweise zu Deinem Anliegen passt.

Persönlichkeitscoaching richtet sich an Menschen, die ihre Lebenssituation reflektieren und verändern möchten. Bei akuten psychischen Krisen oder behandlungsbedürftigen psychischen Erkrankungen sind entsprechend qualifizierte medizinische oder psychotherapeutische Ansprechpartner die richtige Wahl.

Wenn Du unsicher bist, ob Dein Anliegen zu meinem Coaching passt, können wir das in einem kostenlosen Orientierungsgespräch klären.